Aquamarin in Fakten: Mögliche Farben: blassblau bis dunkelblau, blaugrün
Wichtige Fundstätten: Brasilien, Russland (Ural), Australien, China, Indien, Kenia, Madagaskar, Mozambique, Myanmar, Namibia, Nigeria, Sambia, Simbabwe, Sri Lanka, Tansania, USA
Mohshärte: 7,5 bis 8
Aus dem Schatzkästchen der Meerjungfrau
Alle Farben des Meeres sind in ihm enthalten. Die vor mehr als zweitausend Jahren von den Römern geprägte Bezeichnung Aquamarin setzt sich zusammen aus dem Lateinischen „aqua“ (Wasser) und „marinus“ (zum Meer gehörig). Viele Menschen finden die Farbe vorbehaltlos schön, weil die klare, frische Farbe des Meeres vielen Menschen ein Gefühl der Ruhe und Gelassenheit gibt. Plinius der Ältere (23-79 nach Christus) beschrieb in seinem Buch „Naturalis historia“, dass derjenige Aquamarin am höchsten geschätzt wird, dessen Farbe der des Meeres am nächsten kommt. Ob im zarten Hellblau, leuchtend tiefen Blau oder in Blaugrün-Tönen, der durchsichtige bis durchscheinende Stein ist ein wunderbarer Schmuck für jede Tageszeit. Die tieferen, intensiveren Farbtöne erzielen zwar höhere Preise, sind jedoch äußerst rar. Dagegen sind die helleren Blautöne öfter anzutreffen.
Der Aquamarin gehört zur Mineralien-Gruppe der Berylle und ist eine Beryllium-Aluminium-Silizium-Verbindung und erhält seine farbgebende Substanz durch Eisen, Chrom und Magnesium. Im Unterschied zum Smaragd kommt der Aquamarin häufig in großen und einschlussfreien Kristallen vor. Je intensiver sein Blau ist, umso kostbarer ist er und erfüllt damit die Erwartungen der Schmuckliebhaber. Als Juwel des beginnenden Frühlings stammt er der Legende nach aus dem Schatzkästchen der Meerjungfrauen. Der Aquamarin gewinnt immer neue Freunde, denn seine makellose Transparenz paart sich mit hohem Glanz und ist damit das Sinnbild für Reinheit.
Der Aquamarin existiert meist in geschliffener Form – wobei Smaragd-, Oval- und Tropfenschliffe am häufigsten sind. Eine gleichmäßige Farbe und eine gute Brillanz durch einen guten Schliff sind dabei wichtige Qualitätskriterien.
Die meisten Aquamarine werden in Brasilien geschürft, hier besonders im Bundesstaat Minas Gerais. Das Herz des Schmuckkenners jubelt, wenn von den besonders feinen „Santa-Maria“-Aquamarinen gesprochen wird, die aus der gleichnamigen Mine in Ceará, Brasilien stammen, deren Ressourcen bereits seit vielen Jahren erschöpft sind. Anfang der 90er Jahre wurde dieser Farbton „Santa-Maria“ auch in afrikanischen Ländern, wie Mosambik und Sambia, entdeckt. Diese Aquamarine werden mit den Handelsnamen „Santa Maria Afrikana“ und Santa Maria Afrique“ bezeichnet.